Häufig wird Stickstoff zur Druckbefüllung von Reifen verwendet. Dies bezeichnet man handelsüblich auch als Reifenfüllgas. Reifen mit Füllgas werden in der Regel mit roten, gelben oder grünen Ventilkappen optisch gekennzeichnet.
Wie Tests mit Reifenfüllgas ergeben haben halbiert sich der Druckabbau von 0,2 bar bei normaler Luftdiffusion, auf 0,1 bar Druckabfall bei Füllungen mit Reifenfüllgas im Testzeittraum von 3 Monaten. Die Reifenhändler und Autohäuser verwenden normalerweise Stickstoff zum Befüllen der Reifen, teilweise mit Aufpreis. Hierdurch wird wie oben beschrieben der Fülldruck über einen Zeitraum konstanter.
Aus Sicht unseres Kooperationspartners DEKRA, ist diese Lobeshymne auf Reifenfüllgas für den Autofahrer irreführend, da sie ihm fälschlicherweise vermittelt, dass er nicht mehr so oft Reifendruck prüfen muss. Der Luftdruck in Reifen sollte aber alle zwei Wochen oder vor Antritt einer längeren Fahrt kontrolliert werden. Das sagt die geltende Norm (wdk Leitlinie 90), die gleichzeitig den akutellen Stand der Technik wiedergibt und auch gilt, wenn es sích um eine Füllgasbefüllung (Stickstoff) handelt. Hintergrund für den zwei wöchigen Intervall ist, dass der Reifen durch eine kleine Beschädigung wie einen Nageleinstich (schleichender Luftverlust) zu heiß werden und damit einen Defekt erleiden kann.
DEKRA Reifen Experte Dipl.-Ing. Franz Nowakowski bestätigt aus seiner langjährigen Gerichtserfahrung, als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Reifen und Räder, dass viele Richter bei einer länger andauernden Minderdruckbeanspruchung von Reifen, mit nachfolgenden Reifenplatzer, zu ungunsten des Autofahrers entschieden haben.
myautoprofi.de empfiehlt deshalb, prüfen Sie regelmäßig den Reifendruck Ihres Autos. Das spart Treibstoff und schont die Reifen. Außerdem muss es nicht unbedingt Füllgas sein, Druckluft erfüllt auch den gewünschten Zweck!
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