Automobilmarkt 2009 – Deutschland ist fast überall!

In nahezu ganz Europa musste bereits letztes Jahr zunehmend ein Nachfragerückgang nach Neuwagen, aber auch Gebrauchtwagen, registriert werden. Auch der wichtige nordamerikanische Markt brach bereits 2008 deutlich spürbar ein. Dafür lief es in Asien, insbesondere in China und Indien, aber auch in Südamerika für die meisten Hersteller noch relativ gut.

Bereits zu Beginn des Jahres 2009 verschärfte sich, im Zuge der Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise, die weltweite Nachfrageflaute zunehmend. Selbst der automobile Wachstumsmotor China kam ins Stottern und konnte den prozentualen  Nachfrageanstieg der Vorjahre nicht mehr halten. Mitten in dieser “Autokrise” kam der Bundesregierung, angetrieben von professioneller Lobbyarbeit der Automobilindustrie, eine Idee zur Nachfrageförderung.  Bereits Anfang 2009 wurde diese Idee im Schnellverfahren per Regierungsbeschluss realisiert. Die Umweltprämie, auch Abwrackprämie genannt, war geboren!  Innerhalb kürzester Zeit stieg in Deutschland die Nachfrage nach von der Förderung umfassten Neuwagen und Jahreswagen massiv an. Besonders Hersteller von Klein- und Mittelklassewagen konnten enorme Zuwächse verzeichnen. Bei dem Stückzahlen konnte Volkswagen bundesweit am stärksten von der staatlichen Prämie profitieren, während die Premiumhersteller kaum etwas davon hatten.

Eine Idee geht um die Welt – Deutschland ist fast überall! Von dem weit über die Erwartungen hinausgehenden Erfolg der staatlichen Abwrackprämie waren alle überrascht; die Politik, die Experten, die Automobilindustrie und auch der Handel.  Dies wurde auch im Ausland registriert. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Idee der Abwrackprämie zum Exportschlager. In vielen Ländern Europas kam es zu ähnlichen Programmen, selbst die USA zogen nach. Wie geht es nun aber weiter? In den meisten Ländern laufen die Prämien noch in diesem Jahr aus, oder sind, wie in Deutschland und den USA, bereits ausgeschöpft. Neue Mittel für die Weiterführung solcher Programme stehen den meisten Regierungen angesichts hoher Steuerausfälle nicht zur Verfügung und sind auch nicht vorgesehen. Damit wird die Automobilindustrie im kommenden Jahr erneut einen deutlichen Nachfragerückgang zu spüren bekommen, insbesondere auch wegen der hohen Anzahl an vorgezogenen Käufen. Eine gewisse, von vielen Experten erwartete, Stabilisierung des deutschen Marktes durch ein spürbares Anziehen der gewerblichen Neuzulassungen, ist wohl letztlich abhängig von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Hier ist zu befürchten, dass die Auswirkungen der Krise sich in vielen Branchen auch noch 2010 und evetuell sogar darüber hinaus bemerkbar machen. Wie weit der Gewerbebereich also tatsächlich zu einer Dämpfung des Nachfragerückgangs beitragen kann, bleibt abzuwarten. In jedem Fall werden sich jedoch die meisten Hersteller genötigt sehen, weiterhin höchst attraktive Angebote durch verkaufsfördernde Prämien aber auch im Bereich Leasing und Finanzierung zu offerieren. Dies und die erwartete nachlassende Nachfrage dürften auch im Jung- und Gebrauchtwagenbereich ein weiterhin günstiges Preisniveau fördern.

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