Autohandel: Prognosen für 2010 sind düster!

Überproduktion, überbesetzte Vertriebsnetze, Konjunkturflaute, Restwertverfall und eine abwrackprämienbedingte Absatzkrise dürften dem deutschen Automobilhandel 2010 besonders zu schaffen machen. Die Prognosen sind eher düster. Das Ausmaß der bevorstehende Brachenkrise wird aber wesentlich vom Verhalten der Hersteller beeinflusst!

Noch ist die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise nicht überwunden, da streben die meisten international aufgestellten Hersteller schon wieder ehrgeizige Wachstumsziele an. Für Märkte wie China, Indien und Südamerika, in denen die Wirtschaft bereits wieder anspringt, bzw. erst gar nicht massiv eingebrochen ist, mag dies zwar möglich sein – aber in Europa dürfte es eher zu einem Absatzrückgang kommen. Ursache hierfür sind neben der nur zögerlich in Schwung kommenden Wirtschaft die staatlichen Kaufanreize im Jahr 2009, die in den meisten europäischern Ländern zum Jahresende auslaufen, bzw. bereits ausgelaufen sind. Der dadurch erzielte Mehrabsatz durch vorgezogene Fahrzeugkäufe wirkt sich entsprechend absatzdämpfend in den kommenden zwei Jahren aus.  Viele Hersteller verschließen davor aber die Augen und planen den Absatz in Europa in etwa auf dem Niveau von 2008 – damit ist der Gurndstein für weitere Überproduktionen bereits gelegt.

Dem Handel wurden entsprechend der Planungen der Hersteller teilweise unrealistische bonus- und prämienrelevante Jahresziele für 2010 aufgebürdet. Neben den oftmals zu dichten Vertriebsnetzen ist der dadurch entstehende Absatzdurck, der sich in weiter steigenden Nachlässen entladen dürfte, ausschlaggebend für eine Verschärfung der Situation im bundesdeutschen Autohandel. Dies alleine wäre für viele Handelsbetriebe aber wohl noch wirtschaftlich zu verkraften. Wirklich düster wird der Blick in die Zukunft des Autohandels erst durch den dramatsichen Gebrauchtwagenpreisverfall der letzten eineinhalb Jahre. Besonders Handelsbetriebe mit hohem Leasinganteil sind von dieser Entwicklung stark betroffen – und werden in etlichen Fällen, ohne Stützungen ihrer Hersteller, die nächsten zwei Jahre wohl kaum unbeschadet überstehen. Bereits zugesagte Stützungen einiger Herteller decken meist nicht einmal die Hälfte der zu erwartenden Verluste ab. Die weitere Entwicklung im deutschen Autohandel wird daher wesentlich vom Verhalten der Hersteller bestimmt.

Gelingt es den Herstellern ihre Produktionskapazitäten der tatsächlichen Nachfrage anzupassen und damit den Absatzdruck zu mindern, sowie zeitgleich die Gebrauchtwagenpreise zu stabilisieren, bzw. die Leasingrestwertstützungen auf ein realistisches Niveau zu erhöhen, dürfte die weit überwiegende Zahl der Handelsunternehmen die kommenden zwei Jahre überstehen. Ob dies den stückzahlgetriebenen Herstellern jedoch gelingt, kann durchaus bezweifelt werden! In jedem Fall sind die Hersteller aber gefordert, ihre Vertriebsnetze dem voraussichtlichen Absatz der kommenden Jahre anzupassen um damit den verbleibenden Handelsunternehmen eine wirtschaftlich rentable Zukunft zu sichern.

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