Europa zeigt sich im automobilen Bereich unbeeindruckt von der Krise. Trotz äußerst schwacher Neuzulassungszahlen in Deutschland stieg der europäische Neuwagenabsatz laut ACEA in den ersten beiden Monaten des Jahres 2010 um etwas mehr als 8 % auf knapp 2,1 Millionen Fahrzeuge an. Abgesehen von dem Absatzgeschehen in Deutschland könnte man meinen, der europäische Automobilmarkt wäre in bester Ordnung – allerdings nur auf den ersten Blick!
Auf den zweiten Blick lässt sich aber schnell feststellen, dass die positiven Zahlen im wesentlichen auf staatliche Konjunktur- bzw. Subventionsprogramme zurück zu führen sind. Die für den europäischen Absatz wichtigsten Märkte nach Deutschland sind Italien, Frankreich und Großbritannien. In jedem dieser Länder werden aktuell noch großzügige staatliche Vergünstigungen bzw. Zuschüsse beim Neuwagenkauf gewährt. In Italien gibt der Staat bis zu EUR 5.000,00 beim Neuwagenkauf dazu, was dort in den ersten beiden Monaten 2010 dazu geführt hat, dass mehr Neuwagen als im sonst traditionell stärksten europäischen Markt Deutschland zugelassen wurden.
In Deutschland und den neuen EU-Mitgliedstaaten mussten in den ersten beiden Monaten hingegen Einbrüche zwischen 20 % und knapp 30 % zum Vorjahr verzeichnet werden. Gravierend auf den gesamteuropäischen Markt wirkt sich besonders der volumenstarke deutsche Markt aus. Ohne Berücksichtigung der deutschen Neuzulassungszahlen wäre das europäische Wachstum aktuell gar bei deutlich über 20 %.
Der massive Einbruch bei den deutschen Neuzulassungszahlen lässt erahnen, was dem europäischen Markt nach Ablauf der staatlichen Konjunkturhilfen in anderen Ländern bevorsteht.
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