Trotz schlechter Besitzumschreibungszahlen des KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) in den ersten beiden Monaten 2010 berichten etliche markengebundene Auto-handelsunternehmen von einer unerwartet starken Nachfrage im Jung- und Jahreswagenbereich. Warum eigentlich unerwartet? Wer sich die aktuelle Untersuchung zur Neupreisentwicklung vom Center Automotive Research (CAR) und von BDW-Automotive vor Augen führt braucht sich darüber nicht wundern.
Die Untersuchung ergab, dass der durchschnittliche Neuwagenpreis zwischen 1980 und 2008 um rund 200 % (!) auf 25.990 Euro anstieg. Nur im Jahr 2009, dem Jahr der Abwrackprämie, sank durch einen Run auf Kleinwagen der durchschnittliche Neuwagenpreis. Für 2010 wird von den Marktforschern, trotz anhaltender Wirtschaftsflaute, bereits wieder ein leichter Anstieg vorhergesagt. Die durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommen in Deutschland stiegen hingegen (Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales) zwischen 1980 und 2007 brutto nur um rund 80 % und netto durch die gestiegene Abgabenlast sogar lediglich um etwa 64 %.
Zieht man nun einen Vergleich zwischen der Neupreisentwicklung und der Entwicklung der durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommen in Deutschland wird einem schnell bewusst, warum Neuwagen für Privatpersonen immer uninteressanter und teilweise schon fast unerschwinglich werden. In den letzten Jahren gelang es den Herstellern noch durch besondere Leasing- und Finanzierungsangebote mit hoher Restrate, dafür aber interessanten und überschaubaren Monatsraten für Absatz zu sorgen. Im letzten Jahr entpuppte sich dann die staatliche Abwrackprämie gepaart mit Herstellerprämien als besonderes verkaufsfördernd; nun aber tendieren immer mehr Käufer zu den preislich meist um ein Viertel bis ein Drittel unter dem Neupreis (UPE) liegenden Jung-, Miet- und Jahreswagen.
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